Der Ort

Das KlosterGut Schlehdorf ist ein besonderer Ort. Idyllisch gelegen im ‚Blauen Land‘ am Kochelsee, zwischen einer zauberhaften Moorlandschaft und dem Herzogstand, entwickelt sich hier ein regionales Wirtschaftsmodell, welches auf sozial-ökologische, ökonomische und solidarische Landwirtschaft setzt. Träger des Gemeinschaftsunternehmens ist die eingetragene Genossenschaft KlosterGut Schlehdorf eG. 2012 wurde der Pachtvertrag unterzeichnet für 50 Hektar Grünland, die Wirtschaftsgebäude sowie das ehemalige Schwesternwohnheim der Missionsdominikanerinnen. Zum KlosterGut gehört auch ein circa 9 Hektar großes Biotop mit dem nahegelegene Karpfsee. Daran angeschlossen befinden sich der Sommerstall und der Islandpferdehof ‚Blauer Reiter‘. Seit 2014 gibt es ein begehbares Labyrinth und seit 2015 sind wir einer der Orte auf der ganzen Welt mit einem ‚Peace Pole‘.

Schlehdorf

„Schlehdorf blickt auf eine 1250-jährige Geschichte zurück. Die erste urkundliche Erwähnung in Form der Gründungsurkunde des Klosters Schlehdorf-Scharnitz stammt vom 29. Juni 763. Das erste Schlehdorfer Kloster stand am Eichelspitz in der Nähe der Bootsanlegestelle am Kochelseeufer. Ein Feldkreuz weist heute noch auf diesen Standort hin. Das Kloster wurde vermutlich im Jahr 907 durch die Ungarn zerstört.

Die einzigartige Bauweise des Ortskerns, die einem römischen Kastell gleicht, ist auf die fast vollständige Zerstörung des Ortes durch eine verheerende Brandkatastrophe im Jahr 1846 zurück zu führen. Die Neuerrichtung des Dorfes erfolgte auf Anordnung der Regierung in München, in der Baulinien, Straßenführung und Kanäle exakt vorgeschrieben wurden. Im März 1847 erfolgte die Absteckung der Bauplätze. Gerade, rechtwinkelig aufeinander zustoßende Straßenzüge, Scheunen, Ställe und Wohnhäuser von gleicher Bauart, ohne Erker, Balkon und vorspringendes Dach, dazu gleich große Gärten verliehen dem Dorf ein völlig verändertes Aussehen.
Heute leben in der Gemeinde Schlehdorf rund 1.250 Personen.“ (Text von der Gemeinde Schehdorf)

Webseite des Ortes

Das Kloster

Im Jahr 1784 brannten die alten Klosteranlagen auf dem Klosteranger vollständig ab. Der Bau des jetzigen Stifts und der Kirche auf dem Kirchbichl war allerdings zu dem Zeitpunkt schon zu großen Teilen abgeschlossen. Er wurde im Jahr 1718 begonnen, um den wiederholten Überschwemmungen auf dem alten, sumpfigen Gelände zu entgehen. Aus Geldmangel dauerte die Fertigstellung bis zum Jahr 1780. Durch die Säkularisation 1803 wurde die ehemalige Klosterkirche verstaatlicht und ist seitdem Pfarrkirche. Das Kloster  wechselte mehrmals den Besitzer und wurde 1904 von den Missions-Dominikanerinnen von King-Williams-Town als Aussendungskloster für die Missionsarbeit erworben.

 Die Schwestern des Ordens arbeiten noch heute in Südafrika, Südamerika, Irland, Schweiz, Holland und Deutschland. In Schlehdorf gründeten die Missions-Dominikanerinnen 1952 eine Haushaltungsschule und 1954 eine Mädchenrealschule, die ab dem Schuljahr 2003 als sechsstufige Realschule für Mädchen geführt wurde. Die Realschule ging 2010 an die Erzdiözese München und Freising als neuen Träger über, seit 2014 werden dort auch Buben unterrichtet. Die Haushaltungsschule ist mittlerweile aufgelöst und an deren Stelle betreiben die Schwestern seit 1992 ein Gäste- und Seminarhaus, das „Haus Dominikus“. Das Haus ist ein Ort der Begegnung und der Ruhe. Schwerpunkt der Arbeit ist die religiöse Erwachsenenbildung. Webseite des Klosters