Letzte Woche haben wir unser Hühnermobil verkauft. Nach langen Überlegungen sind wir zu dem Schluß gekommen, dass die Hühnerhaltung in einem solchen Hühnermobil nicht zu uns und unseren Werten passt. Was spricht dagegen? Jedes Jahr werden 220 Hühner angeliefert, legen ein Jahr lang auf Höchstleistung möglichst viele Eier und werden dann alle auf einmal geschlachtet. Damit die Legeleistung stimmt, bekommen sie viel Getreide, das wir teuer (da bio) einkaufen müssen. Damit das einigermaßen wirtschaftlich ist, müssten wir eigentlich ein Ei für 50 Cent verkaufen – ein Verkauf an Wiederverkäufer rechnet sich gar nicht. Diese Anzahl an Eiern können wir aber über den Hofladen gar nicht absetzen. Der Arbeitsaufwand darf übrigens für die Wirtschaftlichkeit nicht über 30 Minuten am Tag liegen – für das Eiersammeln, die Fütterung, die Pflege, das regelmäßige Umstellen des Stalls! Zudem sind Hühnermobile gerade sehr „in“, und die Erfahrung zeigt, dass Kunden bei freilaufenden, glücklichen Hühnern nicht mehr unterscheiden, ob sie bio sind oder nicht, und entsprechend nicht bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen. Ausschlaggebend war dann aber die Beschäftigung mit dem Thema „Hybridhühner“, denn die Haltung in einem solchen Hühnermobil rentiert sich nur mit solchen Hybridhühnern, da sie eine höhere Legeleistung haben als andere Rassen (Infos zu Hybridhühnern https://de.wikipedia.org/wiki/Hybridhuhn). Das wollen wir nicht unterstützen! Wir werden deshalb auf eine alte Zweinutzungshuhnrasse umstellen, diese in einem „normalen“ Hühnerstall halten und ihnen täglichen Auslauf bieten. Diese Hühner dürfen brüten und Küken bekommen, die Hähne werden mit aufgezogen. Wer uns darin unterstützen möchte, kann diese Eier demnächst bei uns im Hofladen kaufen. Wir werden berichten, sobald die ersten Hühner bei uns einziehen!