Gestern entdeckte ich im Treppenhaus des Klosters einen Spruch, der mich sehr berührt hat und den ich gerne mit euch teilen möchte.

Der Sinn von all dem ist: Niemand möge bei seiner Arbeit auf seinen persönlichen Vorteil bedacht sein, sondern alles geschehe im Dienst der Gemeinschaft, und zwar mit mehr Eifer und größerer Begeisterung, als wenn jeder für sich selbst und zum eigenen Nutzen arbeiten würde.

Denn über die Liebe steht geschrieben, dass sie nicht ihren Vorteil sucht, das heißt: Sie stellt das Gemeinschaftsinteresse über das Eigeninteresse und nicht umgekehrt.

Die Tatsache, dass ihr mehr Sorge für die Belange der Gemeinschaft als für eure eigenen an den Tag legt, ist deshalb ein Prüfstein für euren Fortschritt. So wird sich in allem, was die vergängliche Not des Menschen betrifft, etwas Bleibendes und Überragendes zeigen, nämlich die Liebe.

Augustinusregel Kapitel 5