Über die Geschichte und Umnutzung des Klosters

Die Transformation in Schlehdorf ist wegweisend und beispielgebend für die lebendige Umnutzung einer klösterlichen Kulturlandschaft. Denn die beiden Genossenschaften Wogeno und KlosterGut übernehmen mit gemeinschaftlich ausgerichteten Konzepten Verantwortung für das Erbe des Ortes. Im Rahmen einer Führung über die Hofstelle und den Garten sowie durch die öffentlich zugänglichen Teile des historischen Klostergebäudes wird dies anschaulich erlebbar.

Klöster als Modell für
nachhaltiges Wirtschaften und Leben

Klöster sind ein elementarer Bestandteil unserer dörflichen Kulturlandschaft und stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen, wenn es um deren Umnutzung geht. Nicht nur Behörden und betroffene Kommunen stehen vor im wahrste Wortsinne einmaligen Herausforderungen, oftmals sind es die Orden selbst, die die Suche nach geeigneten Folgenutzungen nicht rechtzeitig anstoßen. Die Schlehdorfer Dominikanerinnen machten mit ihrer weitsichtigen Entscheidung den Weg frei für eine weltliche Umnutzung des Ortes. Und sie wünschten sich gemeinschaftlich organisierte Folgenutzungen, die jenseits von Profitmaximierung das Gemeinwohl im Blick haben.

So eine Transformation geschieht nicht von heute auf morgen, sie erfordert Weitblick und einen langen Atem bei allen Beteiligten. Bei der Umnutzung waren absehbare wie auch unerwartete Hürden zu meistern. Heute führen die beiden Genossenschaften das historische Erbe mit nachhaltigen Wohn- und Arbeitsformen und einem regen Gemeinschaftsleben in die Zukunft. Sie verstehen sich als regionales Vorzeigeprojekt in ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Belangen. Dafür engagieren sich nicht nur Bewohnerinnen und Angestellte, auch viele Mitglieder und Ehrenamtliche aus der Region unterstützen das Projekt. Neben den Herausforderungen eines stabilen wirtschaftlichen Betriebes ist auch die Integration der Nachnutzungen in die Dorfgemeinschaft ein spannender Aspekt.

Führungen für Besuchergruppen

Gerne erstellen wir für Besuchergruppen ein Angebot für individuelle Führungen, falls wir diese zum gewünschten Zeitpunkt einrichten können. Wir bieten Rundgänge mit unterschiedlichem Fokus an: zur Klostergeschichte, zu den heutigen Nutzungen, zu den Themen Bildung und Naturschutz, aber auch zur Kunst- und Kulturgeschichte des Ortes. Wir, das ist eine Gruppe von Ehrenamtlichen mit verschiedenen Themenschwerpunkten, die am Ort wohnen oder arbeiten. Führungen sind ab einer Mindestdauer von 60 Minuten möglich (mind. 80 Euro pro Stunde, Sozialtarif für gemeinnützige Organisationen 60 €/h).

Anfragen erreichen uns am einfachsten per E-Mail.

Regelmäßige öffentliche Führungen

Der Fokus der Führung liegt auf der wechselvollen 1250-jährigen Geschichte des Klosters. Wir erzählen von Anekdoten und radikalen Brüchen, von Geldmangel und barockem Bauboom. Im Jahr 1903 kam des zu einer prägenden Wendung, denn das Kloster wurde durch Dominikanerinnen aufgekauft und zu neuer Blüte geführt. Doch wie kommt es, dass der Orden seinen Sitz in Südafrika hat? Dies und vieles mehr erfahren Sie in bei der Führung. Zum Ende des Rundganges sprechen wir über Herausforderungen und Chancen, die sich bei der weltlichen Umnutzung des Klosterensembles ergeben.

Beitrag: 10 Euro pro teilnehmende Person
Dauer: 1,5 Stunden
Treffpunkt: Rondell vor dem Kircheneingang, keine Anmeldung erforderlich

Termine der öffentlichen Führungen:
Samstag 25. April 2026, 16 Uhr (im Rahmen des Tag der offenen Tür)
Samstag 6. Juni 2026, 10:30 bis 12 Uhr
Samstag 4. Juli 2026, 10:30 bis 12 Uhr
Samstag 1. August 2026, 10:30 bis 12 Uhr
Samstag 5. September 2026, 10:30 bis 12 Uhr
Samstag 3. Oktober 2026, 10:30 bis 12 Uhr

» Die Erlöse aus den Führungen sind für die gemeinnützige Bildungs- und Naturschutzarbeit bestimmt. «
Veranstalter: Bildung und Natur e.V. | Kirchstr. 15 | 82444 Schlehdorf

Das Kloster in Schlehdorf gehört zu den ältesten Bayerns. Es hat alle Turbulenzen überstanden und die Gebäudekomplexe und Flächen werden heute durch zwei Genossenschaften bewirtschaftet. Die solidarischen Klosterprinzipien leben in den heutigen Folgenutzungen weiter.

Manfred Gaßner

KlosterGut Vorstand

Fotos aus den Archiven der Schwestern sowie von Manfred Gaßner und Heiko Oehme