Nachhaltig, Vielfältig, Regional

Klösterliche Kulturlandschaft

Südlich von München, vor der malerischen Kulisse der bayerischen Alpen an den Ufern des Kochelsees, haben die Schlehdorfer Ordensschwestern einen vielfältigen Klosterbetrieb geführt und viele junge Menschen ausgebildet. Einige dieser Ansätze führen wir als Genossenschaft fort.

Zum ehemaligen Gutsbetrieb der Schwestern zählen die weitläufigen Wiesen und Weiden rund um das Karpfsee-Biotop sowie die Hofstelle unterhalb des Klosters mit dem naturnahen Garten und der Gemüsegärtnerei. Noch knapp 20 Missionsdominikanerinnen sind heute in einem Neubau direkt neben der Hofstelle zuhause.

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Tradition trifft Transformation

Unser Umgang mit dem Erbe einer jahrhundertealten Klostertradition hat Modellcharakter. Regionale Nachhaltigkeit und ein reges Gemeinschaftsleben stehen im Mittelpunkt unseres Tuns. Dafür engagieren sich Mitglieder, Angestellte und viele Ehrenamtliche aus der Region.

Wir führen die Landwirtschaft und die Gemüsegärtnerei der Schwestern als Bio-Betrieb weiter. Daneben betreiben wir einen Hofladen und das gemütliche Hofcafé. Es gibt diverse Werkstätten und Bildungsangebote sowie ein Seminarhaus und Veranstaltungsräume. Hofstelle und Garten sind ganzjährig für die Allgemeinheit geöffnet.

iconPDF  Kurzbroschüre KlosterGut Schlehdorf

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Lageplan Hofstelle

Lageplan Klostergut

Parkmöglichkeiten

Lageplan Klostergut

Klöster als Modell für nachhaltiges Wirtschaften und Leben

Klöster sind ein elementarer Bestandteil unserer dörflichen Kulturlandschaft und stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen, wenn es um deren Umnutzung geht. Die Schlehdorfer Dominikanerinnen wünschten sich gemeinschaftlich organisierte Folgenutzungen, die jenseits von Profitmaximierung das Wohlergehen von Mensch, Tier und Natur in den Mittelpunkt stellen. So eine Transformation geschieht nicht von heute auf morgen, sie erfordert Weitblick und einen langen Atem.

Heute stehen zwei Genossenschaften in der Nachfolge des jahrhundertealten Klosters. Im ersten Schritt verpachten die Schwestern ab 2012 die landwirtschaftlichen Güter des Klosters an die zu diesem Zweck neu gegründete KlosterGut Genossenschaft. Im Jahr 2021 ist die Genossenschaft in der Lage, die Hofstelle inkl. der Gärtnerei-Flächen aufzukaufen. Bereits zwei Jahre später kann die Genossenschaft auch das Karpfsee-Areal mit seinen weitläufigen Wiesen und Weiden und den wertvollen Biotopflächen erwerben. Knapp hundert Darlehen von engagierten Privatpersonen machen den Kauf möglich.

Ebenso herausfordernd ist es, eine gute Folgenutzung für das Kloster selbst zu installieren. Im April 2018 beziehen die Schwestern ihren Neubau neben der Hofstelle und die Wohnbaugenossenschaft Wogeno übernimmt mit ihrer Tochtergesellschaft Cohaus Kloster Schlehdorf die ehemaligen Konventgebäude. Zuerst im Probebetrieb, zwei Jahre später dann endgültig. Die zu sogenannten Clustern zusammengefassten Wohneinheiten bieten heute Platz für rund 80 Personen.

Als Genossenschaften haben wir das historische Erbe angetreten und führen es mit nachhaltigen Wohn- und Arbeitsformen in die Zukunft. Neben der Herausforderung eines stabilen wirtschaftlichen Betriebes beschäftigt uns auch die Integration der Nachnutzungen in die Dorfgemeinschaft.

Die Herausforderungen bei der Umnutzung historischer Klöster beschreibt der Verein Zukunft Kulturraum Kloster e.V. mit seinem Wissensportal auf anschauliche Weise.

Geschichte des Klosters

Das Kloster in Schlehdorf wird im 8. Jahrhundert errichtet und ist damit eines der ältesten Klöster Bayerns. Wir wissen wenig über das Leben in diesem ersten Benediktinerkloster, das eng mit dem mächtigen Bischofssitz in Freising verbunden war. Das Kloster steht 950 Jahre direkt am Seeufer auf dem Klosteranger, wo heute das Pflegeheim, unsere Streuobstwiese und ein Teil der Gemüsebeete sind. Im Jahr 1725 ziehen die Augustiner Chorherren in den repräsentativen Barockbau auf dem Kirchbichl um, auf dem bis dahin nur eine Pilgerkapelle stand. Die große neue Wallfahrtskirche wird erst 1780 fertig gestellt und bereits kurz darauf im Zuge der Säkularisation verstaatlicht. Sie ist seither Pfarrkirche.

Die Klostergebäude werden 1904 von den Missionsdominikanerinnen in King William’s Town als Ausbildungskloster für die Missionsarbeit in Südafrika erworben. Erst die Schwestern verleihen dem Klosterbau seine heutige Symmetrie, indem sie 1927 den Nord-West-Flügel nach den ursprünglichen Plänen vervollständigen. Dieser Flügel beherbergt seit den 50er-Jahren eine Realschule, die von den Schwestern gegründet wird. Die auf Eigenversorgung ausgerichteten Dominikanerinnen hatten viele Gewerke: Neben der Milchvieh-Landwirtschaft und dem Schulbetrieb gibt z.B. eine Tischlerei, Metzgerei, Bäckerei, Buchbinderei, Kunstmalschule und die Paramentenstickerei.

Buchen Sie eine Führung, um mehr über die spannende und wechselvolle Geschichte des Klosters zu erfahren.

Die Geschichte des Klosters können Sie auch hier nachhören oder vor Ort bei einem (Hör-) Spaziergang erkunden.

Schlehdorf

Schon vor der Ansiedlung eines Klosters war die Gegend am Kochelsee besiedelt. Keltische Hügelgräber geben einen Hinweis darauf. Das Kloster in Schlehdorf wurde nachweislich im Jahr 763 gegründet und stand fast ein Jahrtausend direkt am Seeufer. 

Die einzigartige Bauweise des Schlehdorfer Ortskerns, die einem römischen Kastell gleicht, ist auf die fast vollständige Zerstörung des Ortes durch eine verheerende Brandkatastrophe im Jahr 1846 zurück zu führen. Die Neuerrichtung des Dorfes erfolgte auf Anordnung und mit Unterstützung der königlichen Regierung in München. Baulinien, Straßenführung und Kanäle wurden exakt vorgeschrieben. Gerade, rechtwinkelig angeordnete Straßenzüge, Scheunen, Ställe und Wohnhäuser von gleicher Bauart, ohne Erker, Balkon und vorspringendes Dach, dazu gleich große Gärten verliehen dem Dorf ein völlig verändertes Aussehen.

Heute leben in der Gemeinde Schlehdorf rund 1.350 Menschen.

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